Formations- und Uniformierungsgeschichte der altpreußischen Kavallerie 1740 - 86 - II. Teil - Kürassiere

Angehörige von K 4 um 1786. Lithographie aus dem 19. Jhdt.

Organisationsgeschichte der preußischen Kürassiere 1740 - 86

Im Jahre 1786 1786 existierten die Kürassier-Regimenter Nr. 1 - 12 ( = K 1 - 12) zu je 5 Schwadronen sowie

die Garde du Corps (Nr. 13 = K 13) zu 3 Schwadronen.

Die Personalstärke eines Kürassier-Regiments betrug:

32 Oberoffiziere, 60 Unteroffiziere, 1 Pauker, 1 Stabstrompter, 10 Trompeter, 660 Reuter, 10 Fahnenschmiede, 742 Pferde - ohne Offizierpferde, 60 Überkomplette,

ferner der Unterstab: 1 Regimentsquartiermeister, 1 Prediger, 1 Auditeur, 1 Regimentsfeldscher, 5 Feldschers, 1 Bereuter, 1 Sattler und 1 Profos.

Offizier aus K 2. Originales kleinformatiges Aquarell nach der entsprechenden Tafel aus dem Armeewerk von Adolph v. Menzel.

Der Hut

Der Hut war aus schwarzem Filz.

Um seine Krempen herum verliefen verschiedenfarbige Puschel.

Die Kokarde bestand aus einem starken Band aus Wolle.

Zum Schutz des Kopfes wurde zusätzlich ein eisernes Kreuz getragen.

Ab 1762 wurden weiße Federbüsche eingeführt.

Die Huttressen wurden zu Beginn der Feldzüge (1744 und 1756) schon nicht mit ins Feld genommen und später auch nicht mehr angelegt.

Dies galt auch für die Offiziere.

Kürassier vom Regiment von Bohlen (K 1) um 1786. Originale Bildkarte der Staatlichen Museen zu Berlin.

Das Kollet

Das Kollet war aus starken Tuch (= Kirsey) gefertigt und hatte schwedische offene - Ärmelaufschläge.

Der Kragen bestand aus aufgenähtem (farbigen)Tuch.

Das Kollet konnte durch Haken geschlossen werden.

Die Ärmelaufschläge waren - wie der Kragen - farbig und wurden durch eine Borte geschmückt.

Die Schöße des Kollets (Schoßumschläge) hatten einen identischen Bortenbesatz. Dieser lief auch am Kollet vorn herunter und war von Regiment zu Regiment verschieden.

Das Kollet wurde im Übrigen gekollert, d. h., mit weißer (bei K 2 - gelbe Reuter - mit gelber) Farbe angestrichen.

Die unterschiedlichen Abzeichen der Kürassiere-Regimenter um 1742 nach Jany, Geschichte der Preußischen Armee ..., Bd. II., S. 88.
Uniform- und Ausrüstungsteile der preußischen Kürassiere - I. Zeichnungen des Verfassers vor allem nach dem Tafelband von H. Bleckwenn/ G. Melzner (Die Uniformen der preußischen Kavallerie-Husaren und Lanzenreiter, Osnabrück 1979).

Die Weste

Die Weste - auch Chemiset genannt - bestand aus einem starken Tuch und war mit Leinen gefüttert.

Auch sie wurde - wie das Kollet - durch Haken verschlossen, hatte also keine Knöpfe und einen Besatz mit einer Regiments eigenen Borte.

Uniformschema für K 5. Zeichnung des Verfassers nach der entsprechenden Tafel in H. Bleckwenn/ G. Melzner, Die Uniformen der preußischen Kavallerie-Husaren und Lanzenreiter, Osnabrück 1979.

Der Kürass

Der Kürass prägte das äußere Erscheinungsbild der Kürassiere und folgerichtig deren Bezeichnung.

Getragen wurden aber nur Bruststücke. Diese wurden durch kreuzweise über den Rücken laufende Riemen gehalten.

Bis zum Jahre 1732 gab es auch noch Rückenstücke.

Der Kürass bestand aus geschwärztem Eisen mit eingefassten Rändern und einem Futter aus rohem Leinen.

Bei K 13 war der Kürass aus hellpolierten Eisen.

Uniform- und Ausrüstungsteile der preußischen Kürassiere - II. Offiziere. Zeichnungen des Verfassers nach Vorlagen aus dem Armeewerk von Adolph v. Menzel.

Der Mantel

Der Mantel der Kürassiere war - außer bei K 5 - blau, vor 1756 war der Mantel weiß gewesen. Unterschiede gab es auch bei K 10 und K 11.

Das Futter bestand aus Flanell.

Er wurde - gerollt - hinten auf dem Sattel aufgeschnallt.

Die neuen Mäntel bedeckten auch das gesamte rückwärtige Gepäck.

General Friedrich Wilhelm v. Rochow (* 11.08.1689, + 22.12.1759), Chef von K 5 (Ganzporträt entnommen aus: Kurt v. Priesdorff, Soldatisches Führertum, Hamburg, Bd. 1, S. 261).

Der Kittel und die Lagermütze

Vor allem für den Stalldienst hatte der Kürassier einen Kittel aus Leinen sowie eine Lagermütze.

Uniform- und Ausrüstungsteile der preußischen Kürassiere - III. Zeichnungen des Verfassers nach Vorlagen aus dem Armeewerk von Adolph v. Menzel. Die Figur oben links: nach der Bilderhandschrift von Schmalen-Raspe aus dem Jahre 1759. Der Paukenbehang stammt von K 13. Vorlage hierfür war eine farbige Zeichnung von Ludwig Scharf (nach einem zeitgenössischen Porträt). Siehe auch weiter unten den Brauer-Bogen.

Die Frisur

Das gepuderte Haar wurde aus dem Gesicht gekämmt und wies in der Regel nur eine Locke auf, die sogenannte Hammelpfote.

Hinten war das Haar zu einem - mit Band umwickelten - Zopf zusammen gefasst, bei Ermangelung eigener langer Haare auch ein künstlicher.

Das Tragen von Bärten war auf alle Fälle bei den Offizieren unüblich, bei Mannschaften wurde er gewichst und nach oben gestutzt.

Angehörige von K 4 um 1743 nach einer Zeichnung von Herbert Knötel. Von links nach rechts: Offizier, Trompeter, Unteroffizier und Kürassier.

Trompeter

Text

Trompeter der Kürassiere. Nach einem Holzstich von Johann Friedrich Unger 1753 - 1804, Zuordnung strittig).
Uniform- und Ausrüstungsteile der preußischen Kürassiere - IV. Zeichnungen des Verfassers. Oben links: Lagermütze. Daneben: Patrontasche und darunter Weste. Untere Reihe von links nach rechts: Offizier im Kürass, Offizier in Supraweste und Offizier im Dienstanzug (nach zeitgenössischen Porträts).

Die Halsbinde

Die schmale und gesteifte (schwarze, vorher rot, bei den Offizieren weiß) Halsbinde wurde hinten gebunden.

Handschuhe

Zur Montierung der Kürassiere gehörten auch weiße Stulphandschuhe.

Friedrich Wilhelm von Seydlitz (* 03.02.1721 in Kalkar,† 08.11.1773 in Ohlau). Zeichnung des Verfassers nach einem zeitgenössischen Porträt.
Denkmal aus Marmor von Friedrich Wilhelm von Seydlitz . Zeichnung von Frisch. Ätzung von Berger.

Besonderheiten der Uniform der Unteroffiziere

Die Unteroffizier zeichnete sich durch

eine schwarze Spitze des weißen Federbusches und

silbernen bzw. goldenen Bortenbesatz aus.

Der Quast am Riemen des Pallasches bestand bei den Unteroffizieren aus schwarzer und weißer Wolle.

Offizier der preußischen Kürassiere. Zeichnung des Verfassers nach einer Vorlage aus dem Armeewerk von Adolph v. Menzel.

Die Schärpe

Die Schärpe saß auf dem Koppel des Pallasches und bestand aus Etamin.

Sie wurde mehrfach um den Leib gewickelt und vorn festgesteckt.

Kürassieroffizier aus K 1 zu Pferde um 1745. Zeichnung von Richard Knötel aus der Uniformkunde (Bd-. Bd. XVIII., Nr. 1). Dort namentlich benannt: Hans Adam v. Cettritz und Neuhaus.

Die Besonderheiten der Uniform der Offiziere

Die Uniform der Offiziere entsprach grundsätzlich der der Mannschaften, war aber aus einem feineren Stoff und die Bortensätze waren silber- bzw. goldfarben, ebenso die Agraffe der Hutschleife.

Die sonst tuchenen Teile der Uniform (Kragen, Ärmelaufschläge, zumeist auch bei den Kolletschössen) bestanden aus Samt.

Der Federbusch am Hut war auch weiß, aber unten schwarz.

Die Schärpe und das Portepée waren silbern mit schwarzer Seide durchwirkt.

Das Gefäß des Pallasches und die Beschläge des Kürasses waren vergoldet.

Im Übrigen gab es keine die Ränge unterscheidenden Abzeichen.

Offizier aus K 8. Zeichnung des Verfassers nach einer Vorlage von Adolph v. Menzel in: Eduard Lange II., Heerschau der Soldaten Friedrich`s des Großen, Leipzig 1856 (Nachdruck Krefeld 1976).

Der Leibrock

Daneben hatten die Offiziere auch einen weißen Leibrock mit Rabatten und Schleifenbesatz (30 gestickte Schleifen).

Der Leibrock war bei K 10 und K 13 von roter Grundfarbe.

Offiziere der preußischen Kürassiere. Zeichnungen des Verfassers nach zeitgenössischen Porträts.

Bildbeschreibung für die Zeichnungen zuvor.

Oben links: Junger Kürassier-Offizier von K 3 um 1755. Name nicht bekannt. Zeichnung nach einem zeitgenössischen Porträt (Quelle: Hans Bleckwenn, Unter dem Preußen-Adler, S. 154).

Oben rechts: Kürassier-Offizier aus K 13 um 1770 in Supraweste. Diese wurde zur Gala und im Dienst in den kgl. Schlössern getragen. Zeichnung nach einem zeitgenössischen Porträt.

Mitte: Kürassier-Offizier aus K 2 (Prinz Heinrich von Preußen - 1747 - 67, seit 1767 GM). Zeichnung des Verfassers nach einem zeitgenössischen Porträt.

Unten links: Offizier von K 6 um 1781. Zeichnung des Verfassers nach einem zeitgenössischen Porträt.

Unten rechts: Kürassier-Offizier aus K 10 im roten Galarock. Zeichnung des Verfassers nach einem zeitgenössischen Porträt.

Kürassier-Offiziere nach Zeichnungen von Richard Knötel.

Uniform- und Ausrüstungsteile der preußischen Kürassiere - V. Zeichnungen des Verfassers nach Realien (überwiegend spät).

Bildbeschreibung zu den Zeichnungen zuvor.

Oben links: Koller für Offiziere von K 13 aus weißem Tuch mit Abzeichen aus Samt, geschlossen durch Messinghaken. Um 1806. Quelle: Merta, Klaus-Peter, Das Heerwesen in Brandenburg und Preußen von 1640 bis 1806, Berlin 1991, S. 159.

Oben mitte: Kamisol von K 10. Um 1785. Diese Weste wurde unter dem Kollet getragen. Quelle: Merta, Klaus-Peter, Das Heerwesen in Brandenburg und Preußen von 1640 bis 1806, Berlin 1991, S. 161.

Oben rechts: Kollet und Weste von Mannschaften aus K 2 um 1785. Das Kollet wurde offen getragen. Quelle: Merta, Klaus-Peter, Das Heerwesen in Brandenburg und Preußen von 1640 bis 1806, Berlin 1991, S. 166.

Unten links: Interimsrock für Offiziere aus K 13 um 1805/06. Wurde neben dem Kollet und dem Galarock getragen. Quelle: Merta, Klaus-Peter, Das Heerwesen in Brandenburg und Preußen von 1640 bis 1806, Berlin 1991, S. 158.

Unten mitte: Karabiner-Bandelier von K 5 um 1785. Bestehend aus mit Borte geschmücktem Leder. Das Leder wurde gestrichen. Quelle: Merta, Klaus-Peter, Das Heerwesen in Brandenburg und Preußen von 1640 bis 1806, Berlin 1991, S. 173.

Unten rechts: Brustkürass der Offiziere von hinten (1731 - 86). Quelle: Heinrich Müller, Das Heerwesen in Brandenburg und Preußen von 1640 bis 1806, Berlin 1991, S. 178.

Ganz unten mittig: Schleifenbesatz von K 5 und K 9 (Tressenmusterbuch). Quelle: Merta, Klaus-Peter, Das Heerwesen in Brandenburg und Preußen von 1640 bis 1806, Berlin 1991.

Ganz unten rechts: Mannschaftsedegen (Pallasch) - Modell 1732. Quelle: Heinrich Müller, Das Heerwesen in Brandenburg und Preußen von 1640 bis 1806, Berlin 1991, S. 132.

Preußische Kürassier-Offiziere überwiegend 1740 - 86 nach zeitgenössischen Porträts (überwiegend Priesdorf, Soldatisches Führertum, Hamburg o. J. und nach Negativen aus dem früheren Archiv Bleckwenn/ Münster).

Uniformen von K 13 im Jahre 1786. Zeichnung von Richard Knötel in Hermann Vogt/ Richard Knötel, Geschichte der deutschen Reiterei in Einzelbildern, Nachdruck Krefeld 1969, S. 108.

Besonderheiten bei K 13

K 13 wurde von dem jungen König gleich nach dem Regierungsantritt gegründet. Die Einheit war zunächst nur 1 Eskadron stark, welche 6 Offiziere und 178 Mann zählte.

Die Uniform der Uniform bzw. Ausrüstung von K 13 war besonders aufwändig.

Diese beschreibt Eduard Lange II. in der Heerschau der Soldaten Friedrich`s des Großen (Leipzig 1856), S. 30 ff. wie folgt:

"Paille Collets, nur mit ponceaurothem Kragen und Aufschlägen, ponceaurothe Westen und breite Leibbinden, die letzteren con Chalons, schwarze Halsbinden, Zopfcokarden, gelblederne Beinkleider, Stulphandschuhe, große Courierstiefeln, zum Fußdienst schwarze Leder Kamaschen mit Schnallen, Stiefelmanschetten, welche die Offiziere 1775 ablegten, die Mannschaft aber bis 1806 beibehielt.

Die Collets der Offiziere waren vorne, auf den Schößen und Aufschlägen, mit Silbertresse besetzt, eben so die der Mannschaft; als Charge-Abzeichen hatten die Aufschläge der Unteroffiziere einen doppelten Besatz von Silbertresse. Die Westen der Offiziere waren mit schmaler Silbertresse, die der Mannschaft mit einem, einen Zoll breiten Besatz von blauer kameelgarner Borte, in der 2 Silberstreifen eingewirkt, besetzt.

Die Brustkürasse, welche bis 1795 getragen wurden, waren von Stahl; sie wurden mit einem weißen ledernen Kreuzriemen befestigt, bei den Offizieren mit silbernen Beschlägen versehen.

Die Offiziers-Hüte hatten Plümage, ohne Hut-Cordons, die Hüte der Mannschaft schwarze Cocarden, mit weißem Knopf, silberner Streife und weißen Cordons, bei den Unteroffizieren weiß und schwarz gemischt.

Die Trompeter trugen rothe Plümage.

Während des 7-jährigen Krieges erhielt das Regiment weuße Federstutze, bei den Offizieren von Straußfedern, unten schwarz, bei den Unteroffizieren von Gänsefedern, oben schwarz; die Trompeter in rother Farbe., deren Uniform noch einen Armbesatz von Silbertresse, roth vorgestoßen, hatte und hinten auf der Schulter mit sogenannten Lederbändern, ebenfalls mit schmaler Silbertresse besetzt, versehen war.

Das Bandelier, von sämischen Leder hatte eine Einfassung von der Colletborte, doch ohne Silberstreifen; eben so war der Patrontaschenriem, so wie der weiße Patrontaschen-Deckel, mit der Colletborte eingefasst. In der Mitte des Deckels ein versilbertes Schild, mit dem Königlichen Namenszug. Rothe Pallaschtaschen, mit Silbertresse doppelt eingefasst, in der Mitte, unter der Krone, der Königliche Namenszug.

Rothe Schabraken und Holfterklappen, mit schmaler Silbertresse umsetzt, später mit 2 solchen Tressen verziert, auf jeder Ecke der Schabrake und auf jeder Kappe, im weißen Felde, ein kleiner schwarzer Adler, später der Gardestern. Die rothen Paukenbehänge waren reich in Seide, Silber und Gold gestickt, und mit silbernen Tressen, Frangen und dem Gardestern verziert"

Offizier aus 13 im Galauniform. Originales Aquarell nach der entsprechenden Tafel aus dem Armeewerk von Adolph v. Menzel.

Fortsetzung: "Zur Galla, im Dienst und in den Königlichen Schlössern, führten die Gardes du Corps sogenannte ponceau Superwesten, bei den Officzieren von Sammet, bei der Mannschaft von Tuch, auf denen vorn und hinten der schwarze Adler-Ordens-Stern gestickt war. Eingefasst waren diese Ueberwesten mit weißer Borte, bei den Offizieren Stern und Besatz in Silber".

Offiziere aus K 13 in Supraweste. Zeitgenössische Porträts nach Abzügen von Negativen, früher Archiv Bleckwenn/ Münster.

Garde du Corps um 1786. Von links nach rechts. Offiziere in Gala, Offizier im Galawachtanzug und Garde du Corps im Galawachtanzug. Tafel von Richard Knötel aus der Uniformkunde, VIII. Band, Nr. 46.

"Eine besondere Galla-Uniform zu den Hoffeierlichkeiten wurde noch von den Offizieren getragen; sie bestand in scharlachnen langen Röcken, mit blauen Kragen, Aufschlägen, Futter und silbernem Achselband. Auf jeder Seite des Rockes 8 breite gestickte Silberschleifen mit solchen Puscheln, 2 auf jedem Aufschlag, 2 auf jeder Tasche, 2 in der Taille. Paille Unterkleider, Hut mit Plümage, ohne Cordons, mit breiter gebogener Tresse eingefasst. später mit einem Federbusch geschmückt. Degen in brauner Scheide und Stock.

Die Interims-Uniform war der Galla-Uniform gleich, nur ohne Stickerei; statt dieser eben so viel weiße Knöpfe als Schleifen. Außerdem wurden noch blaue Röcke, mit einer Reihe weißer Platt-Knöpfe, rothem Kragen, Aufschlägen und Futter, getragen".

Die Supraweste bzw. Superweste wurde vom Wachkommando bestehend aus 2 Offizieren und 50 Mann getragen.

In diesem Zusammenhang ist eine von Angehörigen von K 13 (v. Trenck) berichtete Episode von Interesse:

"Im Winter 1743 war aber das Beilager der Schwester des Königs in Schweden, der gegenwärtig verwitweten Monarchin und Mutter des regierenden Gustavs. Ich hatte dabei als Offizier der Grade die Ehrenwache, auch das Glück, die königliche Braut bis nach Stettin zu eskortieren. Bei diesem Beilager, wo das Gedränge i Saal zum Erstaunen war und die Inspektion hatte, wurde mir selbst als wachhaltendem Offizier der hintere Teil der rotsamtenen Superweste mit der reichen Krepinarbeit von einem Spitzbuben weggeschnitten und zugleich die Uhr gestohlen ...." (zitiert nach Steinert, Preußisches Soldatenleben in der Fridericiiansichen Zeit, Leipzig o. J., S. 83).

Bein- (Reithosen) und Fußbekleidung (Stiefel)

Als Beinbekleidung dienten lederne Reithosen.

Für den Stalldienst und kleinen Dienst hatte man leinene Hosen.

Die Bewaffnung (Pallasch, Pistolen, Karabiner) und Säbeltasche

Der Pallasch (= schwerer Degen mit gerader Klinge) wurde über das Kollet geschnallt.

Die Klinge war glatt und zweischneidig.

Das Reglement Vor die Königl. Preußische Cavallerie-Regimenter ... vom 01.06.1743 schrieb hinsichtlich der Blankwaffen vor:

"Die Rittmeister müssen die Degen mit egalen Klingen von der ganzen Compagnie, allzeit in guten Stande halten, dass die Klingen allzeit recht scharf, und nebst den Gefäßen Spiegelblanck, und nicht verbogen, oder Scharten darinnen sind; auch an den Scheiden-Überzügen, Hacken und Ortbändern, nichts fehlt oder entzwey ist" (S. 77).

Am Koppel war zusätzlich eine Säbeltasche befestigt, welche dem Modell der Husaren ähnelte.

Zur Bewaffnung gehörten auch zwei lange Pistolen. Diese waren in Halftern am Sattel versorgt.

Der Karabiner wurde an einem Ring an einem breiten mit Borte geschmückten Karabinerriemen getragen.

Hinsichtlich der Schusswaffen bestand folgende Verpflichtung:

"Ein jeder Reuter muss beständig sein Gewehr auf allen Paraden, zu Pferd und zu Fuß, absonderlich den Lauff und alles Messing spiegel blank putzen, und das Geschäft mit ein anstreichen, das Schloß inwendig wohl einschmieren, den Hahn und Stein fest anschrauben, und in Summa das Gewehr mit Pistholen, inwendig und auswendig allezeit in solchem Stande halten, daß nicht das geringste daran fehlt: weßhalb die Rittmeister, auch alle Offcier das Gewehr auf allen Paraden zu Pferd und zu Fuß, und bey Visitirung der Quartieren, revidiren, und den Burschen zuförderst recht weisen lassen sollen, wie sie das Gewehr nebst Pistholen putzen und einschmieren sollen" ( Reglement Vor die Königl. Preußische Cavallerie-Regimenter ... vom 01.06.1743, S. 75).

Die (hinten getragene) schwarze lederne Patronentasche schmückten Zierelemente aus Metall.

Am Sattel wurde der Karabiner in einem Schuh gesteckt.

Die Unteroffiziere (und natürlich die Offiziere) hatten keinen Karabiner.

Kürassiere und Offizier aus K 8 um 1757. Nach der originalen Tafel aus der Uniformkunde von Richard Knötel (No. 22).

Sattel und Gepäck

Unter dem sogenannten deutschen Sattel lag die halbe Schabracke, welche einen Randbortenbesatz und sonstige Verzierungen aufwies.

Das Futter derselben bestand aus schwarzem Wachsleinen.

Zum Gepäck gehörte auch der Futtersack.

Während des Marsches führten die Kavalleristen in der Regel auch Futter (Heu) für die Pferde mit.

Kürassier zu Pferde (k 8). Beilage zum Soldatenfreund.
Kürassier von K 7 um 1778. Nach einem alten Deckfarbenbild im Altmärkischen Museum in Stendal.
Standartenjunker von K 13 im 1745. Zeichnung von Richard Knötel in Hermann Vogt/ Richard Knötel, Geschichte der deutschen Reiterei in Einzelbildern, Nachdruck Krefeld 1969, S. 109.

Standarten

Der bereits erwähnte Eduard Lange II. beschreibt in der Heerschau der Soldaten Friedrich`s des Großen (Leipzig 1856), S. 30 die besondere Standarte von K 13 wie folgt:

"Eine eigenthümliche Gestaltung hatten die dem Regimente verliehenen Standarten, wie das beigegebene Bildblatt Nr. 4 zeigt, auf welchem wir auch den Pauker des Regiments erblicken. Der silberne Adler wog 18 Mark; das Zeug der Standarte, einen halben Fuß Quadrat, war weiß, die Insignien darauf von Stickerei aus Seide, Silber und Gold. Die Kette, mit welcher das Banner von dem Schnabel des Adlers gehalten wird, war von Silber, der Schaft braun, das Standarten-Bandelier rother Sammet, mit Silbertresse und Silber-Frangen eingefasst".

Standartenträger von K 13. Tafel aus dem Armeewerk von Adolph v. Menzel. Entnommen aus: Martin Lezius, Das Ehrenkleid des Soldaten, Berlin 1936.

Die Preußischen Kürassier-Regimenter 1756 - 63 (Heer und Trdition, Serie von Uniformtafeln begründet von Herbert Knötel und M. Brauer, herausgegeben von K. - G. Klietmann 1965).

Die preußischen Kürassier-Regimenter (Zeitgenössische Handschrift, Schmalen-Raspe, 1759).

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